Was ist eine EML-Datei?

Eine einzelne E-Mail, auf die Festplatte geschrieben. Kein geschütztes Format, keine Spezialsoftware — nur ein Standard, der älter ist als das Web.

Selbst hineinsehen

Ziehen Sie eine .eml-Datei in den Viewer: Kopfzeilen, Text und Anhangsliste werden in lesbarer Form angezeigt. Nichts wird hochgeladen.

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Die kurze Antwort

Eine Datei mit der Endung .eml enthält eine einzelne E-Mail: ihre Kopfzeilen, ihren Text und ihre Anhänge, zusammen in einer Textdatei. Der Aufbau folgt RFC 5322 — demselben Standard, nach dem E-Mails über das Internet übertragen werden. Eine .eml-Datei ist damit im Grunde eine Nachricht, die unterwegs angehalten und abgelegt wurde, statt in einem Postfach zu landen.

Die Endung steht für nichts Geheimnisvolles: electronic mail. Entscheidend ist, dass nichts an diesem Format herstellerspezifisch ist. Jedes Mailprogramm kann eine .eml-Datei schreiben und lesen, und jedes Programm, das Text lesen kann, kommt grundsätzlich an den Inhalt.

Was genau darin steht

  • Kopfzeilen — From, To, Subject, Date und dazu Dutzende technische Felder, die jeden Server protokollieren, den die Nachricht passiert hat.
  • Textkörper — oft zweimal: eine Nur-Text-Fassung und eine HTML-Fassung, damit jedes Programm wenigstens eine davon darstellen kann.
  • Anhänge — als Text kodiert und durch Trennmarken abgegrenzt. Deshalb wird aus einem Anhang von 1 MB eine Datei von rund 1,4 MB: die Kodierung kostet etwa ein Drittel.
  • Prüfergebnisse — die Ergebnisse der Prüfungen zu SPF, DKIM und DMARC, die der annehmende Server beim Eingang festgehalten hat.

Der letzte Punkt ist der unterschätzte. Ein Anzeigename lässt sich in Sekunden fälschen, eine Absenderadresse ebenfalls. Was sich nicht nachträglich ändern lässt, ist das Protokoll dessen, was der annehmende Server beim Eingang über die Echtheit festgestellt hat — und genau das steckt in den Kopfzeilen.

Woher diese Dateien kommen

Sie entstehen, sobald eine Nachricht ihr Postfach verlässt: beim Ziehen einer E-Mail aus Thunderbird oder Apple Mail auf den Desktop, beim Export aus einem Webmail-Dienst, beim Herunterladen von Beweismaterial aus einem Archivsystem — und immer dann, wenn jemand eine Nachricht als Anhang weiterleitet statt im Nachrichtentext.

Dieser letzte Fall ist mit Abstand der häufigste Grund, überhaupt auf das Format zu stoßen. Er ist auch der sinnvollste: nur beim Weiterleiten als Anhang bleiben die Kopfzeilen des Originals unverändert erhalten. Wer eine Nachricht im Text weiterleitet, schickt eine Abschrift; wer sie als Datei weiterleitet, schickt das Original. In der Rechtsberatung, in der Buchhaltung und in der IT-Sicherheit ist das der Unterschied zwischen Hörensagen und Beweis.

Eine EML-Datei selbst erzeugen

Nützlich zu wissen, wenn Sie einen Vorgang sichern wollen, bevor ein Postfach aufgeräumt wird oder ein Konto erlischt:

  1. Thunderbird und Apple Mail — die Nachricht aus der Liste auf den Desktop ziehen. Fertig; es entsteht unmittelbar eine .eml-Datei.
  2. Gmail im Browser — Nachricht öffnen, im Dreipunkt-Menü der Nachricht selbst Nachricht herunterladen wählen.
  3. Klassisches Outlook — speichert in sein eigenes Format, also .msg. Für eine .eml-Datei muss die Nachricht als Anhang an eine andere Adresse weitergeleitet und dort gespeichert werden.

Eine Nachricht als Anhang weiterzuleiten ist auch der korrekte Weg, wenn Sie jemandem eine verdächtige E-Mail zur Prüfung schicken. Nur dabei bleiben die Kopfzeilen des Originals erhalten — und nur die lassen sich auswerten. Wird die Mail im Nachrichtentext weitergeleitet, geht genau der Teil verloren, auf den es ankommt.

EML, MSG und MBOX

FormatUmfangHerkunft
.emleine Nachrichtoffener Standard, von fast allem lesbar
.msgeine NachrichtMicrosofts eigenes Binärformat, aus Outlook
.mboxein ganzes Postfachviele Nachrichten in einer großen Datei
.pstein ganzes PostfachOutlook-Archiv, mit Ordnern und Kalender

Die Dateigröße verrät meist, was Sie vor sich haben: wenige Kilobyte bis einige Megabyte bedeuten eine einzelne Nachricht, Hunderte Megabyte bedeuten ein Postfach. Der Viewer liest die beiden Einzelnachrichtenformate, .eml und .msg — Postfachformate wie .mbox und .pst nicht.

Wie Sie die beiden Einzelformate unterscheiden und welches sich für welchen Zweck besser eignet, steht in EML oder MSG.

Häufige Fragen

Ist es gefährlich, eine EML-Datei zu öffnen?
Die Datei selbst ist Text und kann nichts ausführen. Das Risiko liegt wie bei jeder E-Mail in ihren Anhängen und Links. Die Nachricht zunächst nur anzusehen, ohne Anhänge zu öffnen, ist deshalb der sichere Weg, um zu entscheiden, ob man ihr trauen kann.
Kann ich eine .msg-Datei in .eml umbenennen?
Nein. Es sind zwei verschiedene Formate, nicht zwei Endungen für dasselbe. Nach dem Umbenennen entsteht eine Datei, die kein Programm mehr lesen kann.
Warum ist meine EML-Datei größer als der Anhang darin?
Weil Anhänge innerhalb der Datei als Text kodiert werden. Diese Kodierung vergrößert sie um etwa ein Drittel — aus 1 MB Anhang werden rund 1,4 MB Datei.
Kann ich eine EML-Datei im Editor lesen?
Die Kopfzeilen sehen Sie im Klartext. Der Textkörper ist meist Base64- oder Quoted-Printable-kodiert und erscheint deshalb als Blöcke aus Buchstaben und Ziffern statt als lesbare Nachricht.
Welches Programm öffnet EML-Dateien unter Windows?
Thunderbird über Datei → Öffnen → Gespeicherte Nachricht, sowie das klassische Outlook, das die Endung bei der Installation für sich registriert. Ohne installiertes Mailprogramm ist der Browser der schnellste Weg.

Weiterführende Anleitungen

In die eigene Datei hineinsehen

Hineinziehen und lesen. Kostenlos, nichts wird hochgeladen.