winmail.dat öffnen
Statt der Rechnung kam eine Datei namens winmail.dat. Hier steht, was darin liegt, warum sie überhaupt entsteht und welcher Weg wirklich zum Anhang führt.
Die Nachricht prüfen, an der die Datei hing
Speichern Sie die E-Mail als .eml oder .msg und ziehen Sie sie hier hinein: Absender, Kopfzeilen und Anhangsliste werden sofort lesbar. Der TNEF-Block selbst wird nicht entpackt — warum, steht weiter unten.
Viewer öffnenKostenlos, ohne Anmeldung, nichts wird hochgeladen.
Was in dieser Datei steckt
Sie haben eine E-Mail bekommen, in der statt der angekündigten Rechnung ein Anhang
namens winmail.dat liegt. Ein Doppelklick führt zu nichts, der
Dateityp ist unbekannt, und die Nachricht selbst wirkt seltsam leer.
Das ist kein Virus und kein beschädigter Anhang. winmail.dat ist eine
Verpackung. Outlook kann eine Nachricht im Rich-Text-Format
verfassen — einem Microsoft-eigenen Format, das der Internet-Mail-Standard nicht
kennt. Damit beim Empfänger nichts verloren geht, packt Outlook sämtliche
Formatierungen, eingebettete Objekte, Terminanfragen und die echten Anhänge nach
dem Verfahren TNEF in einen einzigen binären Block und hängt
diesen als winmail.dat an die Nachricht.
Sitzt am anderen Ende wieder Outlook, wird der Block stillschweigend ausgepackt und der Empfänger merkt nichts. Sitzt dort Apple Mail, Thunderbird, Gmail, ein Smartphone oder ein Ticketsystem, bleibt die Verpackung ungeöffnet liegen. Die Rechnung ist nicht verschwunden — sie steckt in einem Umschlag, den Ihr Programm nicht aufschneiden kann.
Woran Sie es erkennen
Der Anhang heißt immer winmail.dat, selten win.dat
oder ATT00001.dat. In den Kopfzeilen der Nachricht trägt er den
MIME-Typ application/ms-tnef. Die Größe ist ein guter Hinweis
darauf, was drin liegt: wenige Kilobyte bedeuten reine Formatierung, mehrere
Megabyte bedeuten, dass Ihre eigentlichen Anhänge darin stecken.
Was Sie als Empfänger wirklich tun können
Es gibt im Netz viele Angebote, die versprechen, winmail.dat online
zu entpacken. Sie funktionieren mal und mal nicht, und sie haben alle denselben
Preis: Sie laden einen vertraulichen Geschäftsanhang auf einen fremden Server und
wissen nicht, wie lange er dort bleibt. Bei einem Vertrag, einer Lohnabrechnung
oder einer Patientenakte ist das die falsche Richtung.
Der zuverlässige Weg führt über den Absender, und er dauert eine Minute:
- Antworten und um Neuversand bitten. Ein Satz genügt: „Der Anhang ist bei mir als winmail.dat angekommen und lässt sich nicht öffnen. Könnten Sie die Mail bitte im HTML- oder Nur-Text-Format erneut senden?“ Damit ist präzise gesagt, was zu tun ist.
- Alternative anbieten. Oft ist es schneller, wenn der Absender die Datei über einen anderen Kanal schickt — oder die Nachricht aus Outlook weiterleitet, nachdem er das Format wie unten beschrieben umgestellt hat.
-
Die ursprüngliche Nachricht sichern. Wenn der Vorgang
dokumentiert sein muss, speichern Sie die eingegangene E-Mail als
.emloder.msg. Darin bleibt alles erhalten: Kopfzeilen, Zeitstempel, Absender und der unveränderte Anhangsblock.
Bei wiederkehrenden Absendern lohnt der Hinweis an die dortige IT. Das Problem liegt in einer Einstellung, nicht in der einzelnen Nachricht, und wird sonst bei jeder weiteren Mail erneut auftreten.
Was der Absender in Outlook umstellen muss
Diese Abschnitte können Sie an den Absender weiterschicken. Es sind die Stellen, an denen das Rich-Text-Format abgeschaltet wird.
- Klassisches Outlook für Windows — Datei → Optionen → E-Mail. Dort unter „Nachrichten erstellen“ als Format HTML oder Nur-Text wählen. Weiter unten im gleichen Bereich steht die Option, Rich-Text-Nachrichten an Internetempfänger in das HTML-Format zu konvertieren — diese ist der eigentliche Schalter für Empfänger außerhalb der eigenen Organisation.
-
Neues Outlook für Windows und Outlook im Web —
Einstellungen → E-Mail → Verfassen und antworten. Hier gibt
es Rich Text gar nicht mehr als Option, nur HTML und Nur-Text. Wer
ausschließlich das neue Outlook benutzt, erzeugt kein
winmail.dat. - Einzelner Kontakt — ist nur ein Empfänger betroffen, kann im Outlook-Kontakt für dessen E-Mail-Adresse festgelegt werden, dass Nachrichten an ihn nur als Nur-Text gesendet werden. Das ist die kleinste mögliche Änderung, wirkt aber auch nur für diesen einen Kontakt.
-
Exchange und Microsoft 365, serverseitig — die saubere Lösung
für ganze Organisationen. Im Exchange Admin Center unter
Nachrichtenfluss → Remotedomänen wird für die Standarddomäne das
Rich-Text-Format auf „Nie“ gesetzt; in der Exchange Management Shell
entspricht das
Set-RemoteDomain Default -TNEFEnabled $false. Danach konvertiert der Server ausgehende Nachrichten nach HTML, unabhängig davon, was die einzelnen Nutzer eingestellt haben.
Ein Hinweis zur Erwartung: Die Umstellung wirkt auf neue
Nachrichten. Eine bereits zugestellte Mail mit winmail.dat wird
dadurch nicht rückwirkend lesbar — sie muss neu gesendet werden.
Die Nachricht ansehen, die den Block getragen hat
Zwei Dinge sind trotzdem oft nötig, bevor der Absender antwortet: feststellen, was da eigentlich angekommen ist, und den Eingang belegen können. Beides geht über die Nachricht selbst, nicht über den Datenblock.
Speichern Sie die E-Mail aus Ihrem Programm als Datei — in Thunderbird und Apple
Mail entsteht dabei eine .eml-Datei, in Outlook eine
.msg-Datei — und ziehen Sie sie in den Viewer oben. Angezeigt werden:
- Absender, Empfänger, Datum und Betreff in lesbarer Form.
- Der Nachrichtentext, soweit die Nachricht überhaupt einen außerhalb des TNEF-Blocks enthält — bei reinen Rich-Text-Mails ist das oft nur ein Platzhalterabsatz, und genau das erklärt, warum die Mail bei Ihnen leer aussah.
- Die Anhangsliste mit Name, Typ und Größe.
winmail.daterscheint hier mit dem Typapplication/ms-tnefund seiner Größe — der verlässlichste Hinweis darauf, ob der angekündigte Anhang überhaupt mitgeschickt wurde. - Die technischen Kopfzeilen, einschließlich der Prüfergebnisse zu SPF, DKIM und DMARC, die der annehmende Server protokolliert hat. Nützlich, wenn die Mail nicht nur unlesbar, sondern auch unerwartet war.
Das Lesen ist kostenlos und ohne Begrenzung. Wer den Vorgang dokumentieren muss, kann die Nachricht als PDF exportieren und die lesbaren Anhänge herunterladen — was dafür anfällt, steht auf der Seite Preise. Die Datei wird dabei vollständig in Ihrem Browser verarbeitet und nicht auf einen Server geladen.
Wo die Grenzen liegen
Damit niemand hinterher enttäuscht ist, hier klar aufgeschrieben, was dieser Viewer nicht leistet:
| Aufgabe | Dieser Viewer |
|---|---|
Eine .eml-Datei lesen | ja, vollständig |
Eine .msg-Datei lesen | ja, Kopfzeilen, Textkörper und Anhangsliste |
winmail.dat als Datei öffnen | nein — der TNEF-Block wird nicht entpackt |
| Anhänge aus einem TNEF-Block herausziehen | nein |
.pst- oder .mbox-Archive öffnen | nein, das sind ganze Postfächer, keine einzelnen Nachrichten |
Das Format wird übrigens an der Signatur der Datei erkannt, nicht
an ihrer Endung. Eine .msg-Datei, die jemand in .eml
umbenannt hat, wird trotzdem richtig gelesen. Ein TNEF-Block bleibt dagegen ein
TNEF-Block, egal wie er heißt.
Häufige Fragen
Was ist winmail.dat?
winmail.dat an. Wer Outlook benutzt, sieht die Nachricht normal. Alle anderen Programme bekommen eine Datei, die sie nicht deuten können.Kann ich winmail.dat direkt in diesem Viewer öffnen?
.eml und .msg, er entpackt aber keinen TNEF-Block. Was er kann: die Nachricht öffnen, an der die Datei hing, und Kopfzeilen sowie Anhangsliste anzeigen — damit sehen Sie, wer sie geschickt hat, über welchen Server sie kam und wie groß der Block ist. Für den Inhalt selbst ist der verlässliche Weg, sich die Nachricht neu schicken zu lassen.Ist der Absender oder bin ich schuld?
winmail.dat entsteht beim Senden, nicht beim Empfangen: entweder weil in Outlook das Rich-Text-Format eingestellt ist, oder weil der Exchange-Server der Gegenseite TNEF an externe Domänen weitergibt. An Ihrem Posteingang lässt sich das nicht nachträglich korrigieren.Soll ich die Datei einfach in .pdf oder .docx umbenennen?
winmail.dat kann ein Anhang stecken, es können zehn sein, oder gar keiner — der Block enthält auch die Formatierung der Nachricht selbst. Eine Umbenennung ändert nur die Endung, nicht den Inhalt, und erzeugt eine Datei, die noch weniger Programme öffnen.